Die alltäglichen Probleme der Linkshänder
Linkshänder - Wie erklärt
sich dieses Phänomen?
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"Du hast ja zwei linke
Hände" - diesen Satz hören
Linkshänder in ihrem Alltag besonders
häufig. Dabei sind sie weder sonderlich
ungeschickt, noch finden sie sich in ihrer
Welt schlecht zurecht. Das Problem ist die
Welt selbst, diese hat sich nämlich im
Laufe ihrer Menschheitsgeschichte und deren
Kultur zu einem sehr linkshänderfeindlichen
Ort entwickelt.
Schon in unserer Sprache ist
das Linke stets negativ konnotiert. Vom "Linkischen",
über "links liegen lassen"
und "jemanden linken" bishin zu
dem Sprichwort "Mit dem linken Fuß
aufstehen" reicht die Palette im deutschen
Sprachgebrauch. Doch auch in anderen Sprachfamilien
wird links sehr häufig mit "tollpatschig"
oder gar "unheimlich" gleichgesetzt.
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Dementsprechend hat sich die Gesellschaft
allein ihren Rechtshändern verschrieben und stellt
die linkshändige Minderheit vor zahlreiche Herausforderungen.
Diese fangen schon im jüngsten Kindesalter an.
Wie schwer es tatsächlich ist,
eine Schleife zu binden, erfahren vor allem die kleinen
Linkshänder, denen diese knifflige Angelegenheit
meist nur sehr mühsam erklärt werden kann.
Ähnlich verhält es sich mit dem Häkeln
oder Stricken. Besonders zermürbend sind auch
die kindgerechten Bastelscheren. In den Händen
der Linkshänder passen sie nur schwer über
Daumen und Zeigefinger und rutschen zudem noch ständig
vom Bastelpapier ab. In der Schule geht es dann auch
schon weiter. Die ersten Buchstaben werden geschrieben,
natürlich mit dem Füller.
Da im Großraum Europas stets von
links nach rechts geschrieben wird, rutscht die kleine
Hand auch prompt über die fertigen Zeilen und
verschmiert das soeben gemeisterte Werk. Auch die
Erwachsenen haben es nicht leicht. Werkzeuge, Schreibutensilien
und Küchengeräte erschweren den Alltag enorm
und lassen so manchen an ihren Fähigkeiten zweifeln.
Das Bügeleisen hat das Kabel auf der falschen
Seite, mit der Soßenkelle wird nur gekleckert,
und die Weinflasche kann auch nicht entkorkt werden.
Nicht einmal das Bild auf der Kaffeetasse kann beim
Trinken betrachtet werden, da sich der Griff ohne
Zweifel auf der falschen Seite befindet, ebenso die
Computermaus. Und auch draußen wird es nicht
besser: Versucht ein Linkshänder in der Telefonzelle
neue Münzen nachzuwerfen, befindet sich der Münzschlitz
- natürlich - auf der falschen Seite und auch
in Banken oder Behörden sind die Kugelschreiber
immer auf der rechten Seite angebracht.
Obwohl es Linkshänder durch ihr
jahrelanges Training geschafft haben, ihre Umwelt
mit all ihren Tücken zu bewältigen, kommt
es ihnen oft so vor, als würde es manchmal nicht
mit rechten bzw. linken Dingen zugehen. Da ist es
doch manchmal sehr erholsam, einen Dosenöffner
allein für Linkshänder in der Hand zu halten.
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