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Linkshänder
- Wie erklärt sich dieses Phänomen?
Eine unsaubere Handschrift,
eine kürzere Lebenserwartung sowie allge-
meine Tollpatschigkeit, all das sagt(e) man
ihnen nach. Doch im Grunde ist das alles falsch.
Linkshänder sind alles andere als ungeschickt,
ganz im Gegenteil. Schon von Kindestagen an
müssen sie in einer Welt zurechtkommen,
die eigentlich nicht für sie konzipiert
ist. In beinahe allen Lebenslagen machen sich
diese Herausforderungen bemerkbar. Ob nun
der Dosenffner, die Suppenkelle oder das Schneiden
mit einer Haushaltsschere, all diese kleinen
und großen Hürden müssen von
klein auf bewältigt werden.
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So kommt es, dass gerade Linkshänder
selten Probleme mit derartigen Anpassungen haben,
sie sind es ja schließlich gewöhnt. Dennoch
hatten es vor allem Linkshänder vergangener Generationen
nicht leicht. Radikale Umerziehungsmaßnahmen
und die daraus resultierenden Folgen machten ihnen
das Leben zur Hölle.
Schon in der Bibel galt die rechte Hand
als das Reine und Gute, so auch in der Gesellschaft.
Kinder, deren starke Hand jedoch die linke war, mussten
sich umgewöhnen und trotz ihrer körperlich
bedingten Voraussetzungen eine Korrektur über
sich ergehen lassen. Dass dies weitreichende Folgen,
wie Konzentrationsstörungen, Legasthenie oder
Gedächtnisausfälle, nach sich ziehen konnte,
spielte dabei keine Rolle. Jedoch ist Linkshändigkeit
keine Krankheit, sondern auf ganz natürliche
Ursachen zurückzuführen.
Die Dominanz der
Gehirnhälften:
Bei einem Linkshänder dominiert
die rechte Gehirnhälfte, umgekehrt ist es bei
den Rechtshändern. Die Gehirnhälften wirken
nun überkreuzt auf die menschlichen Körperhälften.
Diese Dominanz wird meist schon im Mutterleib fest-
gelegt und hat mit dem Testosterongehalt im Fruchtwasser
zu tun. Ist dieser erhöht, wird die Entwicklung
der linken Gehirnhälfte gehemmt, die rechte dagegen
entwickelt sich ohne Schwierigkeiten weiter und dominiert
letztendlich. Da bei männlichen Föten generell
mehr Testosteron im Fruchtwasser vorhanden ist, steigt
auch dort die Wahrscheinlichkeit, dass Jungen eher
zum Linkshänder werden, als Mädchen.
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